Von Christian Scheh
Heddernheim. Das Menü zum
Auftakt des «pädagogischen Mittagstischs» konnte sich sehen lassen:
Raza Klicic servierte den 30 Fünftklässlern der
Geschwister-Scholl-Schule ein Drei-Gänge-Menü, das aus
Kartoffelsuppe, Spaghetti Bolognese und Schokoladenkuchen mit Kokos
bestand. Zahlen mussten die Kinder zwischen 1 und 3 Euro – ein
Schnäppchenpreis, möglich gemacht durch städtische Zuschüsse.
Künftig können 30 Schüler an drei Tagen pro Woche in der
Heddernheimer Realschule essen. Mit dem Mittagstisch verbunden ist
eine pädagogische Betreuung der Kinder, die der Schulleiter Dietmar
Brettschneider ausdrücklich nicht als Unterricht verstanden wissen
will. «Es geht darum, die Schüler individuell zu fördern, wenn sie
Defizite haben, etwa in Sachen Lesekompetenz.»
Der pädagogische Mittagstisch, der zumeist von Lehrern betreut wird,
die die Schüler aus dem Unterricht kennen, soll nur der erste
Schritt auf dem Weg zu einer umfangreichen Mittagsbetreuung sein.
Die Stadt habe 200 000 Euro für den Umbau zweier Werkräume zu einem
großen Speisesaal mit Küche in den Haushalt eingestellt.
Wann es mit den Bauarbeiten im Erdgeschoss des Altbaus der
Scholl-Schule losgehen kann, steht noch nicht genau fest. «Wir
hoffen aber, dass die neue Mensa nach den Sommerferien 2009 den
Betrieb aufnehmen kann», sagt Brettschneider. Dann sollen insgesamt
120 Kinder zu Mittag essen können, in zwei Schichten. Und auch die
pädagogische Betreuung könnten dann mehr Schüler in Anspruch nehmen.
«Die Nachfrage nach pädagogischer Betreuung in der Schule ist groß»,
sagt Brettschneider. «Als wir das Angebot vorstellten, kamen sofort
Eltern, die ihre Kinder anmelden wollten.» Einen Grund für das
«unerwartet große Interesse» sieht der Schulleiter in den relativ
hohen Preisen, die die professionellen Nachhilfeinstitute verlangen.
«Wir machen das hier eben völlig unentgeltlich.»
Als Mensa wird derzeit noch die Cafeteria im Neubau der Schule
genutzt. Dort, wo die Schüler in den beiden großen Pausen belegte
Brötchen und Snacks kaufen können, werden nun mittags Tische und
Stühle aufgebaut – und anschließen wieder entfernt. Auch dieses
etwas umständliche Verfahren soll nach den geplanten Umbauarbeiten
entfallen.
Schulleiter Brettschneider freut sich vor allem, Raza Klicic als
Wirtin für die «Übergangsmensa» gewonnen zu haben. Die Kinder kennen
und mögen Frau Klicic, weil sie auch das Pausen-Kiosk betreut. «Der
erste Mittagstisch hat den Kindern großen Spaß gemacht», sagt Raza
Klicic. «Sie haben geholfen, die Tische und Stühle aufzubauen, und
manche waren nach der Suppe und den Spaghetti so satt, dass sie
freiwillig auf den Nachtisch verzichtet haben.»
Die Geschwister-Scholl-Schule hat derzeit etwa 500 Schüler, dem
Schulleiter ist es ein großes Anliegen, die Schule stärker mit dem
Stadtteil zu vernetzen. Deshalb soll es am Freitag, 29. August, ein
großes Schulfest geben, an dem sich die Vereine aus dem Stadtteil
beteiligen können. Einige Vereine, die in der Schule trainieren,
haben bereits zugesagt, über weitere Interessenten würden sich
Dietmar Brettschneider und das Kollegium der Schule sehr freuen.
Vereine, die am Fest der
Geschwister-Scholl-Schule in der Hadrianstraße 18 teilnehmen
möchten, können unter Telefon 2 12-3 87 53 Kontakt aufnehmen.
Die Veröffentlichung des Artikels wurde durch die Frankfurter Neue
Presse genehmigt.
Printausgabe vom 20.08.2008
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